
Das Theaterensemble Strahler 11
Strahler 11 ist ein freies Theaterensemble, das seit 1999 kontinuierlich in wechselnden Konstellationen arbeitet. Kennzeichnend für die künstlerische Arbeit sind langfristige Produktionsprozesse, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Regisseur:innen und Künstler:innen sowie eine konsequent spartenübergreifende Herangehensweise.
Im Zentrum steht das Schauspiel, das je nach Produktion mit Tanz, Gesang, Musik, Choreografie, Performance und visuellen Ausdrucksformen verbunden wird. Dabei versteht Strahler 11 Theater nicht als festgelegte Form, sondern als offenen künstlerischen Raum: Text, Körper, Stimme, Bewegung, Klang und Bild greifen ineinander und entwickeln gemeinsam die Sprache einer Inszenierung.
Kontinuität und künstlerische Entwicklung
Seit der Gründung von Strahler 11 im Jahr 1999 entstanden zahlreiche Produktionen an verschiedenen Spielstätten der freien Theaterszene in Köln und Umgebung. Das Repertoire reicht von Shakespeare und Bernard-Marie Koltès über Martin Crimp, Friederike Roth und David Gieselmann bis zu zeitgenössischen und experimentellen Theaterformen.
Zu den Inszenierungen zählen unter anderem:
- „Angriffe auf Anne“ von Martin Crimp (2000)
- „Roberto Zucco“ von Bernard-Marie Koltès (2001)
- „Vielleicht hat mich das Glück getroffen“ nach Friederike Roth (2003)
- „Kommunikation der Schweine“ von Robert Woelfl (2005)
- „That’s Live – Eine Monty Python Revue“ (2007)
- „Herr Kolpert“ von David Gieselmann (2008)
- „Was ihr wollt“ von William Shakespeare (2010)
- „Die deutschen Kleinstädter“ von August von Kotzebue (2013)
- „Fuga“ von Suzanne van Lohuizen (2016)
- „Das Hirschhaus“ von Jan Lauwers / Needcompany (2019)
Die Produktionen wurden unter anderem im Arkadas Theater / Bühne der Kulturen (jetzt Theater & Ehrenfeld), Kulturbunker Köln-Mülheim, Kunsthaus Rhenania, Theater Tiefrot und weiteren Spielstätten realisiert.
Theater als spartenübergreifende Kunstform
Über die Jahre hat Strahler 11 seine künstlerische Sprache kontinuierlich weiterentwickelt. Schauspiel wurde zunehmend mit choreografischen, musikalischen und performativen Elementen verbunden. Dabei geht es nicht darum, einzelne Kunstformen lediglich nebeneinanderzustellen. Vielmehr entstehen Inszenierungen, in denen Körper, Sprache, Bewegung, Musik und visuelle Gestaltung gleichberechtigte Bestandteile des Bühnengeschehens werden.
Besonders sichtbar wurde diese Entwicklung 2019 mit „Das Hirschhaus“ von Jan Lauwers, einem Werk aus dem Umfeld der belgischen Needcompany. Die Adaption verband Schauspiel mit anspruchsvollen Tanz-, Gesangs- und Performanceelementen und markierte einen wichtigen Schritt in der künstlerischen Entwicklung des Ensembles.
„Der Astronaut schweigt“ – konsequente Weiterentwicklung
Nach der pandemiebedingten Unterbrechung ab 2020 begann Ensemblemitglied Peter Scholz unter dem Pseudonym P. v. Herckenstein mit der Entwicklung des Theaterstücks „Der Astronaut schweigt“. Anfang 2026 wurde der Text fertiggestellt, im Februar 2026 begann die Probenarbeit.
Mit dieser Produktion führt Strahler 11 seine spartenübergreifende Arbeitsweise konsequent weiter. Schauspiel, Tanz, Biomechanik, elektronische Musik, Choreografie, Video, Projektion und Live VJing verbinden sich zu einer gemeinsamen performativen Sprache.
„Der Astronaut schweigt“ steht damit zugleich für die langjährige Kontinuität und die künstlerische Weiterentwicklung von Strahler 11: ein freies Ensemble, das Theater als gemeinschaftlichen Prozess und als Experimentierfeld unterschiedlicher Kunstformen versteht.